Spanische Immobilienfirma Merlin plant Milliarden-Börsengang

  • Von JEANNETTE NEUMANN und CARLOS LOPEZ PEREA, 13.6.2014

MADRID—In Spanien steht der größte Börsengang seit dem Jahr 2011 bevor. Bis zu 1,5 Milliarden Euro soll dem Immobilien-Unternehmen Merlin Properties der Gang aufs Parkett einbringen. Die Firma, die als REIT den Geschäftszweck der Immobilienverwaltung verfolgt, hat bereits die Zusage von Investoren über 600 Millionen Euro. Erstmals an der Börse notieren will Merlin am 30. Juni.

Der Börsengang ist nicht nur ein ermutigendes Zeichen für die spanische Börse. Er macht auch Hoffnung für den darbenden Immobilienmarkt. Es war erst der Einbruch der Häuserpreise, der Spanien zu den größten Sorgenkindern der Euro-Krise gemacht hatte. Doch inzwischen sind Immobilien auf dem gefallenen Niveau wieder interessant. Zudem gibt es kaum renditeträchtige Anlagemöglichkeiten für Investoren, die angesichts der Niedrigzinsen nicht mehr wissen, wohin mit ihrem Geld.

Merlin will den Erlös des Börsengangs gleich in neue Investments stecken. Der Erlös soll zur Hälfte in ein Unternehmen fließen, das 880 Zweigstellen der Bank Banco Bilbao Vizcaya Argentaria BBVA.MC -0,06% und fünf Bürotürme besitzt und diese an das spanische Bankhaus vermietet. Investoren sollen sofort von dem Cash-Flow aus dem Vermietungserlös profitieren, kündigte der Immobilien-REIT an.

Den Rest des Erlöses aus dem Börsengang will Merlin in weitere Bürogebäude, Einkaufszentren und Logistik-Immobilien in Spanien stecken. Aber auch in Portugal will das Unternehmen Ausschau nach Investments halten.

Sollte die Emission zum angestrebten Volumen gelingen, wäre dies nicht nur der größte Börsengang in Spanien seit dem der Krisenbank Bankia BKIA.MC +0,33% im Juli 2011. Es wäre auch der vom Volumen her größte Schritt eines REIT aufs Börsenparkett jemals in Europa.

Immobilien Spanien, Artikel Wallstreet Journal
Immobilienmakler in Altea, Costa Blanca
Merlin will den Erlös des Börsengangs gleich in neue Investments stecken. Der Erlös soll zur Hälfte in ein Unternehmen fließen, das 880 Zweigstellen der...
Clemens Hoffmann